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Hoffnungsträgerinnen - Das Stipendien-Programm im Überblick

Studium

Kompetenz und Expertise
Im Fachstudium erwerben die jungen Frauen alle notwendigen fachlichen Kompetenzen und die praktische Erfahrung für ihren späteren Arbeitseinsatz.

Mentoring

Persönliche Entwicklung
Jede Studentin wird während ihres Studiums von einer erfahrenen Mentorin aus einem Orden begleitet und unterstützt.

Praktika und Einstieg

Praxis und Beruf
Die Studentinnen arbeiten in den Semesterferien in unseren Projekten mit und starten ihre ersten drei Berufsjahre mit einem Gehalt in einer unserer Kliniken oder Schulen.

Auswahlverfahren einer Hoffnungsträgerin

Die Bewerberinnen zeigen sich schon in den Schulen der Orden als besondere Menschen hervortun. Sie sind engagiert, helfen ihren Mitschülern und sind in der Schulgemeinschaft aktiv. Und natürlich sehr gut in der Schule. Die Kandidatin braucht für eine Bewerbung beim Auswahlkomitee die Empfehlung von zwei Personen aus dem schulischen Umfeld. Das Komitee besteht aus einem Pater der Spiritaner, dem ehemaligen Leiter der Barpello Highschool in Kenia, David Conway, Schwester Bernadine Ngozi, Schulleiterin der Mädchenschule Bo in Sierra Leone, und Schwester Luciana, Leiterin der Fortbildungseinrichtung Sisterhood of Kenya in Nairobi sowie Dorothea Schermer, Geschäftsführerin von Nächstenliebe Weltweit.

Ein Motivationsschreiben der Schülerin zeigt ihre persönliche Einstellung und Bereitschaft nach dem Studium auch in den Projekten zu arbeiten.

Das Auswahlkomitee wird die besten und Erfolg versprechendsten Mädchen auswählen. Schwester Luciana wird die finanziellen Dinge regeln und die Mädchen bei Schwierigkeiten gemeinsam mit der Mentorin begleiten. Die Gebühren für Studium und Unterbringung werden direkt an die Einrichtungen gezahlt. Die Studentin erhält ein Taschengeld für Lebensmittel und Studienunterlagen. Wird das Studium abgebrochen, so muss das Stipendium zurück gezahlt werden.

Lernen Sie unsere Hoffnungsträgerinnen kennen

Angelina Nyanguan aus Uganda

Angelina ist eine vielversprechende Hoffnungsträgerin. Die sympathische junge Frau studiert Pflegewissenschaften an der Bugema University in Uganda.
Das Besondere an Angelina ist ihre Herzenswärme und ihr Engagement für ihre Mitmenschen. Pater John Skinnader hat sie in einem Flüchtlingslager der UN im Südsudan kennengelernt und war beeindruckt von ihrem unbändigen Willen zu lernen – gegen alle Widrigkeiten. Angelina ist eine Nuer. Eine Ethnie, die verfolgt wird. Sie war die einzige Nuer an der Loreto Schule in Rumbek. Ihren Abschluss hat sie trotzdem mit Auszeichnung gemacht. Ihr drohte die Zwangsverheiratung durch ihre Brüder. Ihr Traum, Hebamme und Krankenschwester zu werden, erfüllt sich jetzt durch das Hoffnungsträgerinnen-Programm.

Angelina wird nach ihrem Studium in unserer kleinen Klinik im abgelegenen kenianischen Tangulbei als Krankenschwester und Hebamme arbeiten.

Pater John Skinnader, Spiritaner und Mitglied im Beirat von NÄCHSTENLIEBE WELTWEIT:
„Angelina ist eine bemerkenswerte junge Frau. Sie hat einen starken Willen und Ehrgeiz, um ihre Ziele zu erreichen.“

Dorothea Schermer, Geschäftsführerin:
„Die Klinik in Tangulbei braucht dringend gut ausgebildete Fachkräfte wie Angelina. Und wir freuen uns sehr und sind uns sicher, dass Angelina dort mit ihrer sympathischen Art als Krankenschwester und Hebamme viel Gutes bewirken kann.“

Drei Fragen an Angelina

„Ich stamme aus Bentiu City im Südsudan. Dort herrschte während meiner Kindheit Krieg und meine Familie musste flüchten. Mein Vater hatte fünf Frauen. Ich habe eine Zwillingsschwester, die früh verheiratet wurde. Zwangsehen und frühe Ehen sind üblich in der Gemeinschaft, aus der ich komme. Dort ermutigt keiner Frauen zu einer Berufsausbildung. Ich wollte aber unbedingt in die Schule und Krankenschwester werden. Trotz aller Widrigkeiten habe ich meinen Schulabschluss an der Loreto-Schule in Rumbek gemacht. Im Flüchtlingslager in Juba traf ich Pater John Skinnader, der mich als Hoffnungsträgerin vorschlug. Das war das Beste, was mir passieren konnte. Denn jetzt kann ich meine Ausbildung zur Krankenschwester und Hebamme an der Universität Bugema in Uganda machen.“

"Ich fühle mich als Hoffnungsträgerin sehr gesegnet, weil durch das Programm auch meine Unterkunft und Verpflegung finanziert sind. So kann ich mich voll aufs Studium konzentrieren. Das ist wirklich etwas Besonderes, denn die meisten Studenten haben viele Sorgen, verpassen Unterricht wegen Jobs und haben teilweise wenig zu essen.

Den praktischen Teil meines Pflegekurses finde ich sehr wichtig. Je früher man praktisch mit Menschen arbeitet, desto sicherer und selbstbewusster wird man mit seinem Können. Ich hatte sogar bereits die Gelegenheit, einige Entbindungen mitzuerleben. Vor der ersten Geburt hatte ich Angst, dass mir das Baby aus den Händen fallen könnte. Aber mit Hilfe der dort arbeitenden Hebamme gewann ich mein Selbstvertrauen wieder und sagte mir: Ich schaffe das! Es war ein kleiner Junge! Es war ein sehr gutes Gefühl, als ich danach in das glückliche Gesicht der Mutter sah.“

Ergänzende Infos zur Angelinas Studium:

Das Labor an der Bugema-Universität in Uganda ist außergewöhnlich gut ausgestattet. Dort lernen die Studenten verfahrenstechnische Abläufe, Dokumentation und Diagnostik. Darüber hinaus werden Teamarbeit und Kommunikation gefördert.

"In Südsudan gibt es zu wenig medizinisches Personal. In vielen Dörfern arbeiten nur ein Arzt und eine Krankenschwester. Aber es gibt sehr viele Patienten. Oft ist es so, dass ein Patient früh morgens um 7 Uhr kommt und er abends um 18 Uhr wieder geht, weil sich niemand um ihn kümmern konnte. Viele dieser Patienten sterben auch deshalb. Darum will ich Krankenschwester und Hebamme werden.

Da wo ich herkomme, helfen Frauen aus dem Dorf bei einer Geburt. Da sie oft nicht wissen, wie sie die Mütter vor Infektionen schützen können, sterben viele bei der Geburt. Mit meiner Ausbildung kann ich hier viele Babies und Mütter retten."

Hintergrundinfos zum Südsudan:
Nach Angaben der WHO herrscht im Südsudan nach 20 Jahren Krieg ein gravierender Mangel an Fachkräften im Gesundheitssystem. Ein Arzt versorgt rund 65.000 Menschen und eine Hebamme ist für rund 40.000 Einwohner zuständig.  

Ein Film über Angelina

Weitere Frauen, die die Welt verändern wollen

Claire Ayok Deng

Hafsatu Precious Jalloh